Wie wir Stille in uns überall finden können
- 17. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Wie du trotz Gedanken und Unruhe Zugang zu innerer Stille findest
Ich sitze im Atelier und es ist einfach ruhig in mir. Es gibt nichts zu tun und nirgendwo hinzugehen. Das Windspiel bewegt sich sanft, die Vögel zwitschern und es ist warm. Einfach sein. Für einen Moment fühlt sich alles vollkommen und erfüllt an.
Dann klingelt mein Telefon.

Ein Freund ruft an, und wir sprechen über dieses Gefühl, «etwas erreichen zu müssen».
Über dieses „es noch nicht geschafft zu haben“.
Über die leise Angst, «dass die Zeit davonläuft».
Wir sind beide in unseren späten Dreissigern. Beide mit grossen Träumen. Und beide mit dem Gefühl, im Aussen noch nicht wirklich angekommen zu sein.
Er erzählt mir, dass er auf der Suche nach etwas ist, das er noch nicht ganz greifen kann.
Und während er spricht, merke ich: Dieses Gefühl von innerer Unruhe kenne ich gut.
Was können wir also tun, wenn wir das Gefühl der inneren Unruhe habe? Das Gefühl, dass «die Zeit davon läuft», dass «es» unbedingt geschaffen werden muss?
Der erste Impuls ist oft: mehr tun, mehr denken, mehr lösen. Doch dann wird in uns Menschen alles noch schneller und unruhiger.
Der Ansatz: „Geh in die Stille.“ Nur: wie soll das eigentlich gehen?
Folgende Situation kennst du vielleicht:
Ich setze mich hin.
Ich versuche zu «meditieren».
Und mein Kopf?
Der redet einfach weiter.
Er geht alles durch.
Was noch offen ist.
Was ich gestern gesagt habe.
Ob das richtig war.
Was ich hätte anders machen sollen.
Warum ich mich nicht getraut habe, etwas zu sagen.
Bla bla bla…
Von Stille keine Spur.
Irgendwann habe ich verstanden: Wie wäre es mit einfacher Akzeptanz und Hingabe an den Moment, statt Widerstand zu dem was ist?
Stille bedeutet im ersten Schritt nicht, dass es gleich still im Kopf wird. Stille fängt bereits dort an, wo du aufhörst, gegen das zu kämpfen, was gerade ist, gegen deine Gedanken, gegen dich selbst. Da, wo du aufhörst, es anders haben zu wollen. Wo du es einfach…sein lässt.
Und damit meine ich nicht, alles einfach hinzunehmen ohne sich zu wehren! Damit meine ich, dass, worauf ich keinen Einfluss habe zu akzeptieren.
Ein typisches Beispiel aus dem Alltag:
Du stehst im Stau und bist zu spät. Du merkst, wie sich alles in dir anspannt.
Und dann passiert innerlich etwas: Du kämpfst gegen den Stau an. Gegen die Situation. Gegen den Moment. Nur verändert sich nichts. Der Stau bleibt.
Was sich verändert, bist du.
Dein Körper zieht sich zusammen. Dein Atem wird flach. Dein Nervensystem geht in Stress.
Und dann gibt es diesen anderen Moment. Der Moment, in dem du innerlich loslässt, weil du erkennst, dass du gerade nichts verändern kannst.
Du lässt es sein. «So what» oder wie Mel Robins so schön sagt: «Let them».
Und plötzlich wird es ruhiger.
Der Stau ist noch da. Aber du bist nicht mehr im Widerstand. Dein Körper entspannt sich. Dein Blick wird weiter.
Und manchmal wird genau dieser Moment dann unerwartet wertvoll.
Diese geschenkte Zeit mir dir selbst.
Unser Geist hört nicht einfach auf zu denken.
Er springt. Von einem Gedanken zum nächsten. Wie ein Affe, der sich von Ast zu Ast bewegt. Die Buddhisten nennen diesen Zustand des Geistes treffend «Monkey Mind». Im ersten Schritt geht es nicht darum, den Affen ruhig zu bekommen. Es geht darum, ihn zu beobachten.
Du kannst heute damit beginnen.
Kleine Alltagsmomenten, die am Ende eine grosse Veränderung bewirken.
Immer dann, wenn du merkst, dass du dich aufregst, oder deine Gedanken rasen:
Halte kurz inne. Eine Sekunde reicht. Nimm wahr, was passiert. In deinem Kopf. In deinem Körper. Ohne es zu verändern. Ohne es zu bewerten.
Einfach nur wahrnehmen.
Und dann entscheide.
Will ich mich weiter darin verlieren? Oder bleibe ich bewusst in der Beobachtung? Kann ich handeln?
Vielleicht fühlt sich das am Anfang noch nicht nach Stille an.
Aber genau hier beginnt sie. In dem Moment, in dem du einen Schritt zurücktrittst. In dem du Raum schaffst zwischen dir und dem, was gerade passiert.
Stille ist nichts, dass du «erreichen» kannst.
Sie ist bereits da. Mitten im Alltag. Mitten im Leben. An jedem Ort.
Vielmehr ist Stille etwas, das erscheint, wenn du Dinge weglässt und dich fokussierst.
Es sind noch weitere Faktoren nötig, um immer öfter in die innere Ruhe, Stille und Orientierung zu kommen, doch der erste Schritt ist getan.
Mach weniger, dafür häufiger.
Enjoy your re:connection,
Corinna
Hi, mein Name ist Corinna. Ich begleite Menschen dabei, ihre innere Richtung wiederzufinden und in Verbindung mit sich selbst zu leben. Mit meinen Angeboten möchte ich Räume schaffen, in denen Stille und Spiel zusammenkommen – für mehr Klarheit, Leichtigkeit und echte Transformation.
